Lagebericht

8. Finanz- und Vermögenslage Bayer-Konzern

Kapitalflussrechnung Bayer-Konzern (Kurzfassung)   [Tabelle 15]
  2. Quartal
2014
2. Quartal
2015
1. Halbjahr
2014
1. Halbjahr
2015
  in Mio € in Mio € in Mio € in Mio €
Brutto-Cashflow1 1.665 2.173 3.683 4.184
Veränderung Working Capital/Sonstige nicht zahlungswirksame Vorgänge -96 -223 -1.970 -1.557
Zu-/Abfluss aus operativer Geschäftstätigkeit (Netto-Cashflow) im fortzuführenden Geschäft 1.569 1.950 1.713 2.627
Zu-/Abfluss aus operativer Geschäftstätigkeit (Netto-Cashflow) im nicht fortzuführenden Geschäft 32 9 51 56
Zu-/Abfluss aus operativer Geschäftstätigkeit (Netto-Cashflow) (Gesamt) 1.601 1.959 1.764 2.683
Zu-/Abfluss aus investiver Tätigkeit (Gesamt) -517 -527 -2.697 -1.123
Zu-/Abfluss aus Finanzierungstätigkeit (Gesamt) -2.507 334 512 -76
Zahlungswirksame Veränderung aus Geschäftstätigkeit -1.423 1.766 -421 1.484
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Periodenanfang 2.631 1.607 1.662 1.853
Veränderung aus Wechselkurs-/
Konzernkreisänderungen
20 -126 -13 -90
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Periodenende 1.228 3.247 1.228 3.247
1 Brutto-Cashflow: Ergebnis nach Ertragsteuern zuzüglich Ertragsteueraufwand zuzüglich Finanzergebnis abzüglich gezahlter bzw. geschuldeter Ertragsteuern zuzüglich Abschreibungen abzüglich Wertaufholungen zuzüglich bzw. abzüglich Veränderungen der Pensionsrückstellungen abzüglich Gewinne bzw. zuzüglich Verluste aus dem Abgang von langfristigen Vermögenswerten abzüglich Gewinne aus der Neubewertung bisheriger Vermögenswerte bei stufenweisem Unternehmenserwerb. Die Position Veränderung der Pensionsrückstellungen umfasst sowohl die Korrektur nicht zahlungswirksamer Effekte im EBIT als auch Auszahlungen aufgrund unserer Pensionsverpflichtungen.

Zufluss aus operativer Geschäftstätigkeit (Netto-Cashflow)

Der Brutto-Cashflow im fortzuführenden Geschäft des 2. Quartals 2015 erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr aufgrund des verbesserten ebitda um 30,5 % auf 2.173 Mio €. Der Netto-Cashflow (Gesamt) stieg trotz höherer Mittelbindung im Working Capital um 22,4 % auf 1.959 Mio €. Im Netto-Cashflow (Gesamt) waren Ertragsteuerzahlungen in Höhe von 352 Mio € (Vorjahr: 360 Mio €) enthalten.

Im 1. Halbjahr 2015 erhöhte sich der Brutto-Cashflow im fortzuführenden Geschäft im Vergleich zum Vorjahr um 13,6 % auf 4.184 Mio €. Der Netto-Cashflow (Gesamt) stieg wegen geringerer Mittelbindung im Working Capital deutlich um 52,1 % auf 2.683 Mio €. Im Netto-Cashflow (Gesamt) waren Ertragsteuerzahlungen in Höhe von 796 Mio € (Vorjahr: 735 Mio €) enthalten.

Zu-/Abfluss aus investiver Tätigkeit

Im 2. Quartal 2015 sind im Rahmen der investiven Tätigkeit insgesamt 527 Mio € abgeflossen. Die Ausgaben für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte stiegen um 13,6 % auf 601 Mio € (Vorjahr: 529 Mio €). Davon entfielen auf HealthCare 263 Mio € (Vorjahr: 225 Mio €), auf CropScience 149 Mio € (Vorjahr: 125 Mio €) und auf MaterialScience 135 Mio € (Vorjahr: 139 Mio €).

Im Rahmen der investiven Tätigkeit flossen im 1. Halbjahr 2015 insgesamt 1.123 Mio € ab. Die Ausgaben für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte stiegen um 6,8 % auf 946 Mio € (Vorjahr: 886 Mio €). Davon entfielen auf HealthCare 373 Mio € (Vorjahr: 326 Mio €), auf CropScience 245 Mio € (Vorjahr: 240 Mio €) und auf MaterialScience 224 Mio € (Vorjahr: 237 Mio €). Für lang- und kurzfristige Finanzanlagen flossen 332 Mio € ab (Vorjahr: 60 Mio €).

Zu-/Abfluss aus Finanzierungstätigkeit

Im Rahmen der Finanzierungstätigkeit verzeichneten wir im 2. Quartal 2015 Mittelzuflüsse in Höhe von 334 Mio €, davon Netto-Kreditaufnahmen in Höhe von 2.349 Mio € (Vorjahr: Netto-Kreditrückzahlungen in Höhe von 705 Mio €). Die Netto-Zinsausgaben stiegen um 136,9 % auf 154 Mio € (Vorjahr: 65 Mio €). Die Auszahlungen für Dividenden lagen bei 1.861 Mio € (Vorjahr 1.737 Mio €).

Im Rahmen der Finanzierungstätigkeit flossen im 1. Halbjahr 2015 Mittel in Höhe von 76 Mio € ab, darunter Netto-Kreditaufnahmen in Höhe von 2.026 Mio € (Vorjahr: 2.373 Mio €). Die Netto-Zinsausgaben stiegen um 91,9 % auf 236 Mio € (Vorjahr: 123 Mio €).

Flüssige Mittel und Nettofinanzverschuldung

Nettofinanzverschuldung  [Tabelle 16]
  31.12.2014 31.03.2015 30.06.2015
  in Mio € in Mio € in Mio €
Anleihen/Schuldscheindarlehen 14.964 15.842 16.831
davon Hybridanleihen1 4.552 4.544 5.824
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 3.835 3.916 3.543
Leasingverbindlichkeiten 441 476 458
Verbindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten 642 1.254 738
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 1.976 1.943 3.278
Positive Marktwerte aus der Sicherung bilanzieller Risiken -258 -400 -334
Finanzverschuldung 21.600 23.031 24.514
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente -1.853 -1.607 -3.247
Kurzfristige finanzielle Vermögenswerte -135 -132 -133
Nettofinanzverschuldung 19.612 21.292 21.134
1 nach IFRS Fremdkapital

Die Nettofinanzverschuldung des Bayer-Konzerns verringerte sich geringfügig im Vergleich zum 31. März 2015 um 0,7 % von 21,3 Mrd € auf 21,1 Mrd €. Mittelzuflüsse aus der operativen Geschäftstätigkeit und positive Währungseffekte haben die Auszahlungen für die Dividendenausschüttung kompensiert.

In der Finanzverschuldung enthalten sind vier nachrangige Hybridanleihen mit insgesamt 5,8 Mrd €. Bei der Beurteilung der Nettofinanzverschuldung ist zu berücksichtigen, dass die im Juli 2005 begebene Hybridanleihe im Nominalvolumen von 1,3 Mrd € von Moody’s zu 75 % und von Standard & Poor’s zu 50 % als Eigenkapital bewertet wird. Die im Juli 2014 bzw. April 2015 begebenen Hybridanleihen im Nominalvolumen von 1,75 Mrd € und 1,5 Mrd € bzw. 1,3 Mrd € werden von Moody’s und von Standard & Poor’s zu 50 % als Eigenkapital bewertet. Verglichen mit klassischem Fremdkapital werden die ratingspezifischen Verschuldungskennziffern des Konzerns daher mit den Hybridanleihen entlastet. In den sonstigen Finanzverbindlichkeiten waren zum 30. Juni 2015 Commercial Paper in Höhe von 2,6 Mrd € enthalten. Im 2. Quartal 2015 erhöhten sich unsere langfristigen Finanzverbindlichkeiten von 16,9 Mrd € auf 17,2 Mrd €. Durch einen Anstieg der Commercial Paper erhöhten sich die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten von 6,5 Mrd € auf 7,7 Mrd €.

Unser langfristiges Emittentenrating bewerten Standard & Poor’s mit „a-“ mit stabilem Ausblick und Moody’s mit „a3“ mit stabilem Ausblick. Die kurzfristigen Bewertungen liegen bei „a-2“ (Standard & Poor’s) bzw. „p-2“ (Moody’s). Diese Investment-Grade-Ratings dokumentieren eine gute Bonität.

Vermögenslage und Kapitalstruktur

Bilanz Bayer-Konzern (Kurzfassung)   [Tabelle 17]
 31.12.201431.03.201530.06.2015
 in Mio €in Mio €in Mio €
Langfristige Vermögenswerte48.00751.68949.462
Kurzfristige Vermögenswerte22.22724.95125.975
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und nicht fortzuführendes Geschäft183
Summe kurzfristige Vermögenswerte22.22724.95126.158
Gesamtvermögen70.23476.64075.620
    
Eigenkapital20.21821.86322.423
Langfristiges Fremdkapital34.51334.51432.433
Kurzfristiges Fremdkapital15.50320.26320.650
Rückstellungen und Verbindlichkeiten in direktem Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten und nicht fortzuführendem Geschäft114
Summe kurzfristiges Fremdkapital15.50320.26320.764
Fremdkapital50.01654.77753.197
Gesamtkapital70.23476.64075.620

Die Bilanzsumme verringerte sich im Vergleich zum 31. März 2015 um 1,0 Mrd € auf 75,6 Mrd €. Die langfristigen Vermögenswerte reduzierten sich um 2,2 Mrd € auf 49,5 Mrd €, im Wesentlichen aufgrund von Währungseffekten sowie niedrigeren latenten Steuerforderungen. Die Summe der kurzfristigen Vermögenswerte erhöhte sich um 1,0 Mrd € auf 26,2 Mrd €, bedingt vor allem durch eine gestiegene Kassenposition.

Das Eigenkapital erhöhte sich um 0,5  Mrd € auf 22,4 Mrd €. Ursächlich hierfür waren u. a. das Ergebnis nach Ertragsteuern in Höhe von 1,1 Mrd €, Effekte aus der erfolgsneutralen Verminderung der Pensionsverpflichtungen in Höhe von 1,7 Mrd € sowie aus Veränderungen der Cashflow-Hedges in Höhe von 0,1 Mrd €. Gegenläufig wirkten sich die Dividendenzahlung in Höhe von 1,9 Mrd € und negative Effekte aus der Währungsumrechnung in Höhe von 0,5 Mrd € aus. Die Eigenkapitalquote lag zum 30. Juni  2015 bei 29,7 % (31. März 2015: 28,5 %).

Das Fremdkapital verminderte sich im 2. Quartal 2015 um 1,6 Mrd € auf 53,2 Mrd €. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen reduzierten sich um 2,4 Mrd € und die sonstigen Rückstellungen um 0,4 Mrd €. Die Finanzverbindlichkeiten stiegen um 1,4 Mrd € u. a. aufgrund der begebenen Hybrid-Anleihe und des Commercial Paper.

Nettopensionsverpflichtungen  [Tabelle 18]
 31.12.201431.03. 201530.06.2015
 in Mio €in Mio €in Mio €
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen12.23613.59411.176
Forderungen im Zusammenhang mit Pensionsverpflichtungen-41-41-43
Nettopensionsverpflichtungen12.19513.55311.133

Im 2. Quartal 2015 verminderten sich die Nettopensionsverpflichtungen um 2,5 Mrd € auf 11,1 Mrd €. Grund hierfür waren im Wesentlichen die gestiegenen langfristigen Kapitalmarktzinsen für hochwertige Unternehmensanleihen.

Letzte Änderung: 29. Juli 2015  Copyright © Bayer AG
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