Abschluss

Erläuterungen zum verkürzten Konzernzwischen­abschluss zum 30. Juni 2015

Grundlagen und Methoden

Der Zwischenabschluss zum 30. Juni 2015 ist gemäß § 37w Abs. 3 WpHG und in Übereinstimmung mit den Vorschriften des ias 34 in verkürzter Form nach den Vorschriften der am Abschlussstichtag gültigen und von der Europäischen Union anerkannten International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board, London, sowie den Interpretationen des ifrs Interpretations Committee erstellt worden.

Die Erläuterungen im Anhang des Konzernabschlusses 2014 gelten – mit Ausnahme der im laufenden Geschäftsjahr erstmals angewendeten Rechnungslegungsvorschriften – insbesondere im Hinblick auf die wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechend.

Im laufenden Geschäftsjahr erstmals angewendete Rechnungslegungsvorschriften

Die erstmalige Anwendung folgender geänderter Rechnungslegungsvorschriften hatte keinen bzw. keinen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage oder auf das Ergebnis je Aktie.

Im Rahmen der jährlichen „Improvement“-Projekte hat das iasb im Dezember 2013 den fünften und sechsten Sammelband „Annual Improvements to ifrss“ herausgegeben. Die Änderungen präzisieren den Ansatz, die Bewertung und den Ausweis von Geschäftsvorfällen, vereinheitlichen Terminologien und sind im Wesentlichen als redaktionelle Korrekturen zu bestehenden Standards zu verstehen. Sie sind für Geschäftsjahre anwendbar, die am oder nach dem 1. Juli 2014 beginnen.

Änderungen zugrunde liegender Parameter

Änderungen in den zugrunde liegenden Parametern beziehen sich vor allem auf die Wechselkurse sowie auf die Zinssätze für die Ermittlung der Pensionsverpflichtungen.

Die Wechselkurse wichtiger Währungen zum Euro ergeben sich wie folgt:

Wechselkurse wichtiger Währungen   [Tabelle 29]
  StichtagskursDurchschnittskurs
1 € / 31.12.201430.06.201430.06.20151. Halbjahr 20141. Halbjahr 2015
BRLBrasilien3,223,003,473,153,30
CADKanada1,411,461,381,501,38
CHFSchweiz1,201,221,041,221,06
CNYChina7,548,476,948,456,94
GBPGroßbritannien0,780,800,710,820,73
JPYJapan145,23138,44137,01140,50134,14
MXNMexiko17,8717,7117,5317,9816,88
RUBRussland72,3446,3862,3647,9563,83
USDUSA1,211,371,121,371,12

Für die Ermittlung des Barwerts der Pensionsverpflichtungen wurden folgende wesentliche Abzinsungssätze zugrunde gelegt:

Abzinsungssatz Pensionsverpflichtungen [Tabelle 30]
 31.12.201431.03.201530.06.2015
 in %in %in %
Deutschland2,001,602,30
Großbritannien3,603,303,80
USA3,703,504,10

Die Kriterien der Datenselektion zur Bestimmung des Abzinsungssatzes für die Euro-Währungszone wurden beginnend mit dem Geschäftsjahr 2015 modifiziert. Die Position „Neubewertung der Nettoverpflichtung aus leistungsorientierten Versorgungsplänen“ enthält Gewinne resultierend aus steigenden Marktzinsen. Die Modifizierung der Datenselektion zur Bestimmung des Abzinsungssatzes in der Euro-Währungszone wirkte sich mit 0,7 Mrd € aus. Die Anwendung der bisherigen Datenselektionskriterien hätte zu einem 20 Basispunkte niedrigeren Zins zum 30. Juni 2015 geführt. Der Nettopensionsaufwand für das Geschäftsjahr 2015 vermindert sich aufgrund der modifizierten Ermittlung des Abzinsungssatzes um 17 Mio €. Das zugrunde liegende Bond Portfolio setzt sich weiterhin nur aus qualitativ hochwertigen Unternehmensanleihen zusammen, die ein Mindestrating von aa bzw. aaa haben. Staatlich garantierte/gesicherte Unternehmensanleihen werden nicht einbezogen.

Erläuterungen zur Segmentberichterstattung

Die nachfolgende Tabelle enthält die Überleitungsrechnung des ebitda vor Sondereinflüssen der Segmente zum Ergebnis vor Ertragsteuern des Konzerns:

Überleitung vom EBITDA vor Sondereinflüssen der Segmente zum Ergebnis
vor Ertragsteuern des Konzerns[Tabelle 31]
  2. Quartal 2014 2. Quartal 2015 1. Halbjahr 2014 1. Halbjahr 2015
  in Mio € in Mio € in Mio € in Mio €

EBITDA vor Sondereinflüssen

der Segmente

2.281 2.998 5.080 6.088

EBITDA vor Sondereinflüssen

Corporate Center

-105 -99 -201 -248
EBITDA vor Sondereinflüssen 2.176 2.899 4.879 5.840
Abschreibungen vor Sondereinflüssen der Segmente -692 -809 -1.336 -1.561
Abschreibungen vor Sondereinflüssen Corporate Center -1 -2 -2 -3
Abschreibungen vor Sondereinflüssen -693 -811 -1.338 -1.564

EBIT vor Sondereinflüssen

der Segmente

1.589 2.189 3.744 4.527

EBIT vor Sondereinflüssen

Corporate Center

-106 -101 -203 -251
EBIT vor Sondereinflüssen 1.483 2.088 3.541 4.276
Sondereinflüsse der Segmente -48 -248 -41 -488
Sondereinflüsse Corporate Center -7 -11
Sondereinflüsse -48 -255 -41 -499
EBIT der Segmente 1.541 1.941 3.703 4.039
EBIT Corporate Center -106 -108 -203 -262
EBIT 1.435 1.833 3.500 3.777
Finanzergebnis -173 -287 -332 -561
Ergebnis vor Ertragsteuern 1.262 1.546 3.168 3.216
Vorjahreswerte angepasst

Konsolidierungskreis

Entwicklung des Konsolidierungskreises

Zum 30. Juni 2015 wurden insgesamt 295 Gesellschaften voll- oder anteilsmäßig konsolidiert (31. Dezember 2014: 302 Gesellschaften). Davon wurde unverändert zum 31. Dezember 2014 ein Unternehmen mit gemeinschaftlicher Tätigkeit gemäß ifrs 11 (Joint Arrangements) anteilsmäßig konsolidiert. Ferner sind zwei Gemeinschaftsunternehmen (31. Dezember 2014: drei Gemeinschaftsunternehmen) und vier assoziierte Unternehmen (31. Dezember 2014: drei assoziierte Unternehmen) im Konzernabschluss nach der Equity-Methode gemäß ias 28 (Investments in Associates and Joint Ventures) berücksichtigt worden.

Akquisitionen, Desinvestitionen und nicht fortzuführende Geschäfte

Akquisitionen

Am 2. März 2015 hat MaterialScience die Übernahme der Thermoplast Composite GmbH, Deutschland, erfolgreich abgeschlossen. Die Thermoplast Composite GmbH ist ein technologisch führender Spezialist zur Herstellung von thermoplastischen Faserverbundwerkstoffen. Durch den Zukauf soll das Produktangebot im Bereich der Polycarbonate um Verbundwerkstoffe auf Basis von endlosfaserverstärkten thermoplastischen Materialien für wichtige Industrien erweitert werden. Es wurde ein Kaufpreis in Höhe von 18 Mio € vereinbart. Hierin ist ein variabler Kaufpreis in Höhe von 4 Mio € enthalten. Der Kaufpreis entfiel im Wesentlichen auf Patente sowie einen Geschäfts- oder Firmenwert.

Die genannte Transaktion, weitere kleinere Transaktionen sowie Kaufpreisanpassungen und Anpassungen der Kaufpreisaufteilung aus Transaktionen der Vorjahre/-quartale wirkten sich zum jeweiligen Erwerbs- und Anpassungszeitpunkt auf Vermögen und Schulden des Konzerns im Halbjahr wie folgt aus und führten unter Berücksichtigung der übernommenen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zu folgendem Mittelabfluss:

Erworbene Vermögenswerte und Schulden zum beizulegenden Zeitwert
bei Erwerb sowie Anpassungen[Tabelle 32]
 1. Halbjahr 2015
 in Mio €
Geschäfts- oder Firmenwert-8
Patente und Technologien21
Sonstige immaterielle Vermögenswerte33
Sachanlagen22
Vorräte-24
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte8
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Aktive latente Steuern-2
Sonstige Rückstellungen-34
Finanzverbindlichkeiten
Sonstige Verbindlichkeiten7
Passive latente Steuern-3
Nettovermögen20
Veränderungen in den Anteilen anderer Gesellschafter
Kaufpreis20
Übernommene Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Verbindlichkeiten für zukünftige Zahlungen-5
Kaufpreisanpassung-18
Zahlungen für Akquisitionen aus Vorjahren/-quartalen
Nettoabfluss aus Akquisitionen-3

Am 1. Juli 2015 hat CropScience die Übernahme der SeedWorks India Pvt. Ltd. mit Sitz in Hyderabad, Indien, abgeschlossen. Das Unternehmen ist auf die Züchtung, Herstellung und Vermarktung von Hybrid-Saatgut für Tomaten, Chili, Orka und Kürbis spezialisiert. Das Unternehmen besitzt Forschungs- und Produktionsstandorte in Bangalore bzw. Hyderabad. Durch den Erwerb von SeedWorks India soll das indische Gemüsesaatgutgeschäft von CropScience weiter gestärkt werden. Es wurde ein Basiskaufpreis von 78 Mio € vereinbart.

Im Rahmen der Übernahme des Consumer-Care-Geschäfts von Merck & Co., Inc., Whitehouse Station, New Jersey, usa, wurden am 1. Juli 2015 die Produktionsanlagen am Standort Pointe-Claire, Kanada, übernommen.

Die globale Kaufpreisallokation für das Consumer-Care-Geschäft von Merck & Co., Inc., ist derzeit noch nicht abgeschlossen, da die Erstellung und Prüfung der zugrunde liegenden finanziellen Informationen noch andauern. Es können sich noch signifikante Änderungen in der Zuordnung des Kaufpreises auf die einzelnen Vermögenswerte und Schulden ergeben.

Desinvestitionen

Am 2. März 2015 hat Consumer Health den Verkauf von zwei Veterinärprodukten für Pferde, Legend/Hyonate und Marquis, an Merial Inc. abgeschlossen. Es wurde ein Kaufpreis von 120 Mio € vereinbart. Die Einmalzahlung wird abgegrenzt und als Umsatz und Ergebnis über vier Jahre für Legend/Hyonate bzw. drei Jahre für Marquis erfasst.

Nicht fortzuführende Geschäfte

Am 8. Juni 2015 wurde ein Vertrag über den Verkauf des Diabetes-Care-Geschäfts für 1.022 Mio € an Panasonic Healthcare Holdings Co, Ltd., Tokio, Japan, geschlossen. Der Verkauf umfasst die führenden ContourTM-Blutzuckermessgeräte und -sensoren, weitere Blutzuckermesssysteme wie BreezeTM2 und EliteTM sowie MicroletTM-Stechhilfen. Der Abschluss der Transaktion unterliegt den üblichen Bedingungen einschließlich der Genehmigung durch die relevanten Kartellbehörden und wird im ersten Quartal 2016 erwartet.

Die Diabetes-Care-Aktivitäten werden als nicht fortzuführendes Geschäft ausgewiesen. Entsprechende Angaben erfolgen aus Sicht des Bayer-Konzerns und bezwecken keine eigenständige Darstellung der entsprechenden Aktivitäten.

Im Einzelnen setzt sich das Ergebnis aus dem nicht fortzuführenden Geschäft wie folgt zusammen.

Gewinn- und Verlustrechnung aus nicht fortzuführendem Geschäft   [Tabelle 33]
 2. Quartal 20142. Quartal 20151. Halbjahr 20141. Halbjahr 2015
 in Mio €in Mio €in Mio €in Mio €
Umsatzerlöse230235433473
Herstellungskosten-89-96-170-186
Bruttoergebnis vom Umsatz141139263287
     
Vertriebskosten-88-94-163-179
Forschungs- und Entwicklungskosten-9-12-17-22
Allgemeine Verwaltungskosten-9-6-18-18
Sonstige betriebliche Aufwendungen und Erträge1-427
EBIT138206974
     
Finanzergebnis
     
Ergebnis vor Ertragsteuern38206974
     
Ertragsteuern-2-3-6-12
     
Ergebnis nach Ertragsteuern36176362
1 EBIT = Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern
Vorjahreswerte angepasst

Nachfolgend sind die Vermögenswerte und Schulden des nicht fortzuführenden Geschäfts dargestellt.

Vermögenswerte und Fremdkapital aus nicht fortzuführendem Geschäft[Tabelle 34]
 30.06.2015
 in Mio €
Langfristige Vermögenswerte 
Geschäfts- oder Firmenwerte34
Sonstige immaterielle Vermögenswerte10
Sachanlagen8
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
Sonstige Forderungen
Latente Steuern
 52
Kurzfristige Vermögenswerte 
Vorräte114
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
Sonstige Forderungen
Ertragsteuererstattungsansprüche
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
 114
  
Gesamtvermögen166
  
Langfristiges Fremdkapital 
Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen24
Andere Rückstellungen
Finanzverbindlichkeiten
Sonstige Verbindlichkeiten
Latente Steuern
 24
Kurzfristiges Fremdkapital 
Andere Rückstellungen81
Finanzverbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Ertragsteuerverbindlichkeiten
Sonstige Verbindlichkeiten9
 90
  
Gesamtfremdkapital114

Neben den Vermögenswerten des nicht fortzuführenden Diabetes-Care-Geschäfts in Höhe von 166 Mio € wurden in der Bilanz zum 30. Juni 2015 weitere 17 Mio € als zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte ausgewiesen.

Die nicht fortzuführenden Geschäfte wirkten sich auf die Kapitalflussrechnung des Bayer-Konzerns wie folgt aus.

Kapitalflüsse aus nicht fortzuführendem Geschäft   [Tabelle 35]
 2. Quartal 20142. Quartal 20151. Halbjahr 20141. Halbjahr 2015
 in Mio €in Mio €in Mio €in Mio €
Zu-/Abfluss aus operativer Geschäftstätigkeit (Netto-Cashflow)3295156
Zu-/Abfluss aus investiver Tätigkeit-2-1-3-1
Zu-/Abfluss aus Finanzierungstätigkeit-30-8-48-55
Veränderung Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Finanzinstrumente

Buchwerte und beizulegende Zeitwerte der Finanzinstrumente[Tabelle 36]
 30.06.2015
  Zu fortgeführten
Anschaffungskosten
bewertet
Zum beizulegenden
Zeitwert bewertet
Nicht
finanzielle
Vermögens-
werte/
Verbindlich-
keiten
 
    Auf Basis
öffentlich
notierter
Marktpreise
(Stufe 1)
Auf Basis
beobacht-
barer
Marktdaten
(Stufe 2)

Auf Basis

nicht
beobacht-
barer Input-
faktoren
(Stufe 3)

  
 Buchwert
30.06.2015
Nachricht-
lich: beizu-
legender
Zeitwert
BuchwertBuchwertBuchwertBuchwert Buchwert in
der Bilanz
 in Mio €in Mio €in Mio €in Mio €in Mio €in Mio €in Mio €
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen11.242     11.242
Ausleihungen und Forderungen11.24211.242    11.242
        
Sonstige finanzielle Vermögenswerte1.022 35852250 1.952
Ausleihungen und Forderungen928928    928
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte31 358 8 397
Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinvestitionen6364    63
Derivate   52242 564
        
Sonstige Forderungen595    1.3051.900
Ausleihungen und Forderungen595595    595
Nicht finanzielle Vermögenswerte     1.3051.305
        
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente3.247     3.247
Ausleihungen und Forderungen3.2473.247    3.247
        
Finanzielle Vermögenswerte gesamt16.106 35852250 17.036
davon: Ausleihungen und Forderungen16.012     16.012
        
Finanzverbindlichkeiten24.110  744  24.854
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet24.11025.773    24.110
Derivate   744  744
        
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen5.174    655.239
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet5.1745.174    5.174
Nicht finanzielle Verbindlichkeiten     6565
        
Sonstige Verbindlichkeiten793  247471.9533.040
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet793793    793
Zum beizulegenden Zeitwert bewertet (nicht-derivativ)    39 39
Derivate   2478 255
Nicht finanzielle Verbindlichkeiten     1.9531.953
        
Finanzielle Verbindlichkeiten gesamt30.077  99147 31.115
davon: Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet30.077     30.077
davon: Derivate   9918 999

Die vorangehende Tabelle stellt die Buchwerte und die beizulegenden Zeitwerte der einzelnen finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten für jede einzelne Kategorie von Finanzinstrumenten dar und leitet diese auf die entsprechenden Bilanzpositionen über. Da die Bilanzpositionen sonstige Forderungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten sowohl Finanzinstrumente als auch nicht finanzielle Vermögenswerte bzw. nicht finanzielle Verbindlichkeiten (z. B. sonstige Steuerforderungen oder Vorauszahlungen für zukünftig zu erhaltende Leistungen) enthalten, dient die Spalte „Nicht finanzielle Vermögenswerte/Verbindlichkeiten“ einer entsprechenden Überleitung.

In Ausleihungen und Forderungen innerhalb der sonstigen finanziellen Vermögenswerte sowie in den Finanzverbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet wurden, sind auch Finanzierungs-Leasingforderungen bzw. Finanzierungs-Leasingverbindlichkeiten enthalten, bei denen Bayer der Leasinggeber bzw. Leasingnehmer ist und die folglich nach ias 17 bewertet werden.

Aufgrund der überwiegend kurzfristigen Laufzeiten für Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten weichen die Buchwerte am Bilanzstichtag nicht signifikant von den beizulegenden Zeitwerten ab.

Die Forderungen gegenüber staatlichen Institutionen und privaten Kunden in Griechenland stehen aufgrund der Staatsschuldenkrise unter besonderer Beobachtung. Auch wenn bei diesen Forderungen 2015 und 2014 keine wesentlichen Zahlungsausfälle eingetreten sind, könnte die weitere Entwicklung dazu führen, dass Zahlungen nicht fristgerecht geleistet werden oder teilweise ausfallen. Dies könnte zur Folge haben, dass Wertberichtigungen im Rahmen einer Neubewertung aufgrund neuer Ereignisse zu erfassen wären, die über der bisher bilanzierten Vorsorge liegen. Es bestanden zum 30. Juni 2015 Forderungen in Höhe von insgesamt 138 Mio € (30. Juni 201494 Mio €).

Auf Basis unserer Einschätzung zur Lage in Venezuela haben wir Wertberichtigungen auf sonstige Forderungen in Höhe von 74 Mio € vorgenommen.

Der beizulegende Zeitwert von langfristigen Forderungen, Ausleihungen, bis zur Endfälligkeit zu haltenden Finanzinvestitionen oder originären Verbindlichkeiten wird als Barwert der zukünftigen Zahlungsmittelzu- oder -abflüsse ermittelt. Die Abzinsung erfolgt unter Anwendung des zum Bilanzstichtag aktuellen laufzeitadäquaten Zinssatzes unter Berücksichtigung der Bonität des Kontrahenten. Sollte ein börsennotierter Preis vorhanden sein, wird dieser als beizulegender Zeitwert angesetzt.

Die beizulegenden Zeitwerte von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten entsprechen notierten Preisen auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte (Stufe 1).

Sofern keine öffentlich notierten Marktpreise auf aktiven Märkten (Stufe 1) existieren, werden für Derivate die beizulegenden Zeitwerte mit Bewertungstechniken basierend auf beobachtbaren Marktdaten zum Bilanzstichtag ermittelt (Stufe 2). Bei der Anwendung von Bewertungstechniken wird das Kreditrisiko der Vertragspartner durch die Ermittlung von Credit Value Adjustments berücksichtigt. Die Bewertung der zugehörigen Devisen- und Warentermingeschäfte erfolgt einzelfallbezogen und mit dem jeweiligen Terminkurs bzw. -preis am Bilanzstichtag. Die Terminkurse bzw. -preise richten sich nach den Kassakursen und -preisen unter Berücksichtigung von Terminauf- und -abschlägen. Die beizulegenden Zeitwerte von Instrumenten zur Sicherung von Zinsrisiken sowie Zinswährungsswaps ergeben sich durch Diskontierung der zukünftigen Zahlungsmittelzu- und -abflüsse und der Berücksichtigung einer Fremdwährungsumrechnung zum Stichtag. Zur Abzinsung dienen Marktzinssätze, die über die Restlaufzeit der Instrumente angewendet werden.

Sofern beizulegende Zeitwerte auf Basis nicht beobachtbarer Inputfaktoren geschätzt wurden, werden diese innerhalb der Stufe 3 der Fair-Value-Hierarchie ausgewiesen. Dies betrifft teilweise die beizulegenden Zeitwerte eingebetteter Derivate sowie die Verpflichtungen für bedingte Gegenleistungen im Rahmen von Unternehmensakquisitionen.

Eingebettete Derivate werden von den jeweiligen Basisverträgen separiert. Bei den Basisverträgen handelt es sich in der Regel um Absatz- oder Bezugsverträge aus dem operativen Geschäft. Die Zahlungsströme aus dem Vertrag ändern sich aufgrund der eingebetteten Derivate beispielsweise in Abhängigkeit von Wechselkursschwankungen, Rohstoffpreisschwankungen oder sonstigen Preisschwankungen. Die intern durchgeführte Bewertung von eingebetteten Derivaten erfolgt insbesondere mit der Discounted-Cashflow-Methode, die auf individuellen nicht beobachtbaren Inputfaktoren – unter anderem geplanten Absatz- und Bezugsmengen sowie aus Marktdaten abgeleiteten Preisen – basiert (Stufe 3). Basierend auf diesen beizulegenden Zeitwerten erfolgt ein regelmäßiges Monitoring im Rahmen der quartärlichen Berichterstattung.

Die Entwicklung der auf nicht beobachtbaren Inputfaktoren basierenden und zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten (Stufe 3) stellte sich per saldo wie folgt dar:

Entwicklung der auf nicht beobachtbaren Inputfaktoren basierenden und zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten (Saldo)[Tabelle 37]
  2015
  in Mio €
Nettobuchwerte 1.1. -25
Ergebniswirksam erfasste Gewinne/Verluste (-) 13
davon zum Bilanzstichtag gehaltene Vermögenswerte/Verbindlichkeiten 7
Ergebnisneutral erfasste Gewinne/Verluste (-)
Zugänge von Vermögenswerten/Verbindlichkeiten (-)
Abgänge von Vermögenswerten (-)/Verbindlichkeiten 9
Umgliederungen in „Verbindlichkeiten in direktem Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten und nicht fortzuführendem Geschäft“ 6
Nettobuchwerte 30.06. 3

Ergebniswirksame Veränderungen wurden in den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen erfasst.

Rechtliche Risiken

Hinsichtlich der Angaben zu den rechtlichen Risiken des Bayer-Konzerns verweisen wir auf die Darstellung in Anhangangabe 32 im Bayer-Geschäftsbericht 2014. Der Bayer-Geschäftsbericht 2014 steht unter www.bayer.de kostenlos zum Herunterladen bereit. Seit diesem Geschäftsbericht hat es folgende wesentliche Veränderungen im Bereich der rechtlichen Risiken gegeben:

HealthCare

YasminTM/yazTM: Die Gesamtzahl der gerichtlichen und außergerichtlichen Anspruchstellerinnen in den usa belief sich am 17. Juli 2015 auf etwa 4.000 (nach Abzug bereits verglichener Fälle). Die Anspruchstellerinnen machen geltend, drospirenonhaltige orale Kontrazeptiva wie YasminTM und/oder yazTM bzw. OcellaTM und/oder GianviTM, von Barr Laboratories Inc. in den usa vermarktete generische Versionen von YasminTM bzw. yazTM, hätten bei Anwenderinnen zu Gesundheitsschäden geführt, in Einzelfällen auch mit Todesfolge.

Bis zum 17. Juli 2015 hat Bayer ohne Anerkennung einer Haftung Vergleiche vereinbart mit etwa 9.900 Anspruchstellerinnen in den usa wegen Erkrankungen infolge von venösen Blutgerinnseln wie tiefen Venenthrombosen oder Lungenembolien für insgesamt rund 1,97 Mrd USD. Bayer wird weiterhin die Möglichkeit eines Vergleichs solcher Ansprüche nach einer fallspezifischen Analyse der medizinischen Unterlagen in Betracht ziehen. Derzeit befinden sich rund 590 solcher Ansprüche in der Prüfung. Im Juli 2015 hat Bayer ohne Anerkennung einer Haftung eine grundsätzliche Einigung zum Vergleich von gerichtlichen und außergerichtlichen Ansprüchen wegen behaupteter Erkrankungen infolge von arteriellen Thrombosen (Schlaganfälle und Herzinfarkte) für einen maximalen Gesamtbetrag von 56,9 Mio USD erzielt. Bayer kann von diesem Vergleich zurücktreten, wenn weniger als 97,5 Prozent der Berechtigten am Vergleich teilnehmen. Zum 17. Juli 2015 betrafen rund 1.200 der 4.000 oben erwähnten Ansprüche Erkrankungen infolge von arteriellen Thrombosen.

MirenaTM: Bis zum 17. Juli 2015 wurden Bayer in den usa Klagen von etwa 3.350 Anwenderinnen von MirenaTM zugestellt, einer Hormonspirale zur langfristigen Verhütung. Mit weiteren Klagen ist zu rechnen. Die Klägerinnen tragen vor, die Anwendung von MirenaTM habe zu Gesundheitsschäden geführt, insbesondere Perforation des Uterus, ektopische Schwangerschaft oder idiopathische intrakranielle Hypertension, und verlangen Schaden- und Strafschadenersatz.

XareltoTM: Bis zum 17. Juli 2015 wurden Bayer in den usa Klagen von etwa 1.200 Anwendern von XareltoTM zugestellt, einem oralen Gerinnungshemmer zur Behandlung und Prävention von Blutgerinnseln. Die Kläger tragen vor, die Anwendung von XareltoTM habe zu Gesundheitsschäden wie beispielweise zerebralen, gastrointestinalen sowie anderen Blutungen und Todesfällen geführt, und verlangen Schaden- und Strafschadenersatz. Mit weiteren Klagen ist zu rechnen. Bis zum 17. Juli 2015 wurden Bayer in Kanada sechs Klagen im Zusammenhang mit XareltoTM zugestellt, in denen jeweils die Zulassung einer Sammelklage beantragt wird.

StaxynTM: In den Patentverletzungsverfahren von Bayer gegen Watson Laboratories, Inc. vor einem us-Bundesgericht entschied das Gericht im April 2015, dass die beiden Wirkstoffpatente von Bayer gültig und verletzt sind. Watson kann Rechtsmittel einlegen. StaxynTM ist ein Bayer-Arzneimittel zur Behandlung erektiler Dysfunktion. Es handelt sich dabei um eine oral lösliche Formulierung von LevitraTM. Beide Arzneimittel enthalten denselben Wirkstoff, der in den usa durch die vom Gericht bestätigten Patente geschützt wird.

Verfahren mit ehemaligen Aktionären der Bayer Pharma AG: In den Spruchverfahren, die ehemalige Minderheitsaktionäre der Bayer Pharma AG (ehemals firmierend als Bayer Schering Pharma AG), Berlin, angestrengt haben, geht Bayer nach wie vor davon aus, dass die ursprünglich festgesetzten Abfindungs- und Kompensationszahlungen angemessen waren und die inzwischen ergangene Entscheidung des Landgerichts Berlin in einem der Verfahren fehlerhaft ist. Ohne Anerkennung einer Rechtspflicht hat Bayer aber nunmehr den Abschluss eines Vergleichs angeboten, der die Erhöhung der Abfindung in beiden Verfahren auf einen einheitlichen Betrag vorsieht. Das Angebot steht unter dem Vorbehalt, dass alle Antragsteller in beiden Spruchverfahren der vergleichsweisen Beendigung zustimmen.

Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen

Nahe stehende Unternehmen und Personen im Sinne des ias 24 (Related Party Disclosures) sind juristische oder natürliche Personen, die auf die Bayer AG und deren Tochterunternehmen Einfluss nehmen können oder der Kontrolle oder einem maßgeblichen Einfluss durch die Bayer AG bzw. deren Tochterunternehmen unterliegen. Dazu gehören insbesondere nicht konsolidierte Tochtergesellschaften, Gemeinschafts- und assoziierte Unternehmen sowie Versorgungspläne und ferner die Organmitglieder der Bayer AG. Die Verkäufe an nahe stehende Unternehmen und Personen sind aus Sicht des Bayer-Konzerns nicht von materieller Bedeutung. Lieferungen und Leistungen wurden vor allem im Rahmen des laufenden operativen Geschäfts vom assoziierten Unternehmen po jv, lp, Wilmington, usa, bezogen (0,3 Mrd €). Im Vergleich zum 31. Dezember 2014 haben sich die Forderungen bzw. Verbindlichkeiten gegenüber den nahe stehenden Unternehmen nicht wesentlich verändert.

Sonstige Angaben

Die Hauptversammlung hat am 27. Mai 2015 der von der Verwaltung vorgeschlagenen Dividende von 2,25 /Aktie für das Geschäftsjahr 2014 zugestimmt.

Vorstand und Aufsichtsrat wurde die Entlastung erteilt.

Die Hauptversammlung hat gemäß dem Vorschlag des Aufsichtsrats ein Aufsichtsratsmitglied der Anteilseigner gewählt.

Der von Vorstand und Aufsichtsrat vorgeschlagenen Anpassung des Unternehmensgegenstands in § 2 Abs. 1 der Satzung hat die Hauptversammlung zugestimmt.

Die PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Essen, ist als Jahres- und Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2015 sowie für die prüferische Durchsicht des Halbjahresfinanzberichts des Geschäftsjahrs 2015 gewählt worden.

Mit Wirkung zum Ablauf des 30. Juni 2015 legte der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende, Herr Thomas de Win, sein Aufsichtsratsmandat nieder. Seine Nachfolge als Aufsichtsratsmitglied trat das für ihn von den Arbeitnehmern gewählte Ersatzmitglied, Herr Heinz Georg Webers, an. Zum stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden wählte der Aufsichtsrat Herrn Oliver Zühlke.

Leverkusen, 27. Juli 2015

Bayer Aktiengesellschaft

Der Vorstand

Dr. Marijn Dekkers     Werner Baumann     Johannes Dietsch     Michael König     Kemal Malik

Letzte Änderung: 29. Juli 2015  Copyright © Bayer AG
http://www.quartalsbericht-2015-q2.bayer.de